
Schulterschluss in unsicheren Zeiten
Stärker als im Vorjahr: Die Chemspec Europe begrüßte am 6. und 7. Mai 2026 in Köln 4.238 Fachbesucher aus 60 Nationen und 454 Aussteller aus 28 Ländern.
Die internationale Fachmesse spricht alle Bereiche der Spezialchemie an – eine Bandbreite, die sich auch in den Messehallen widerspiegelte. „Das Besondere an der Chemspec ist die breite Mischung an Unternehmen – hier ist wirklich für jeden etwas dabei“, betont Nicolas Sary, Senior Manager Responsible Chemistry bei Henkel AG & Co. Der Großteil der Fachbesucher stammte aus Schlüsselbranchen wie Pharma, Landwirtschaft, Farben und Beschichtungen, Öl und Gas sowie Körperpflege und Kosmetik.
In Köln traf sich, wer in der internationalen Chemie Rang und Namen hat: Anbieter, Einkäufer und Innovatoren nutzten den europäischen Markt als Drehscheibe für neue, weltweite Geschäftskontakte. Die Fachbesucher reisten überwiegend aus Deutschland, den Niederlanden, Belgien, Frankreich, Großbritannien, der Schweiz und Italien an – hinzu kam eine bemerkenswerte Beteiligung aus Indien, China und den USA.
„Die Chemspec Europe bringt Akteure aus verschiedensten Sektoren an einem Ort zusammen – eine ideale Gelegenheit zum Netzwerken“, erklärt Jörg Ludwig Schulte, Managing Director bei WeylChem. „Ich konnte hier sogar Kontakte zwischen Unternehmen vermitteln, bei denen ich überzeugt bin, dass beide Seiten davon profitieren werden.“
Resilienz und Partnerschaft als Branchenprioritäten
Das strategische Programm der Chemspec nahm die aktuellen Herausforderungen der Branche gezielt in den Blick. Den Auftakt setzten Keynote und Eröffnungspanel mit einer klaren Botschaft: Komplexe Regulatorik, eine schwache Konjunktur und globaler Wettbewerbsdruck lassen sich nur gemeinsam meistern – die europäische Chemie-Wertschöpfungskette muss enger zusammenrücken, um zukunftsfähig zu bleiben.
Auf der Strategy Stage drehten sich die Sessions um die wachsende Bedeutung von Szenarioplanung in einem volatilen Marktumfeld. Die Sprecher waren sich einig: Disruption sollte als Lernchance und nicht als Lähmung verstanden werden – und Wettbewerber profitieren heute oft mehr voneinander, wenn sie strategisch kooperieren, statt nur zu konkurrieren. Dorothee Arns, Director General beim Europäischen Verband der Chemiedistributeure (FECC), erklärt dazu: „Die Chemspec Europe ist genau der Ort, an dem das tatsächlich gelingt: Hier finden Stakeholder zusammen und schmieden die Partnerschaften, die unsere Branche braucht, um resilient zu bleiben, mit Unsicherheiten umzugehen und sich zukunftsfest aufzustellen.“
Dr. Peter Deglmann, Team Leader Quantum Chemistry bei BASF und Sprecher auf der Strategy Stage, ergänzt: „Was die Chemspec auszeichnet, ist die Vielfalt der Teilnehmenden und die thematische Breite – hier kommen die unterschiedlichsten Perspektiven der Branche zusammen.“
Auch fachlich-technische Themen standen auf der Agenda – von PFAS und der rasant fortschreitenden Regulierung solcher „Ewigkeitschemikalien“ über biologischen Pflanzenschutz bis hin zu Spezialformulierungen. Damit erhielten die Teilnehmenden konkrete Orientierung in einem immer komplexeren und schnelllebigeren Umfeld.
Blick nach vorne
„Dieses Jahr hat die Branche wirklich an einem Strang gezogen. Es ging darum, gemeinsam Herausforderungen anzupacken, Partnerschaften zu schließen und Wege zu finden, wie man gestärkt aus dieser Phase hervorgehen kann“, erklärt Christiane Beck, Event Director der Chemspec Europe. „2027 wird ein besonderes Jahr für uns: Wir feiern 40 Jahre Chemspec Europe – und zwar in Basel. Ein Meilenstein, auf den wir uns jetzt schon freuen!“
Die nächste Chemspec Europe findet am 24. und 25. Mai 2027 im schweizerischen Basel statt. Über die Chemspec Europe Website kann schon jetzt Interesse angemeldet werden.

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